Freitag, 28. Mai 2010

blubb

warum ist mein letzter blog-eintrag so lange her?
gabs nichts aufregendes zu schildern aus meinem alltag? ist mir kein geeignetes thema in den sinn gekommen bzw. ein interessanter aspekt, zu dessen näherer beleuchtung ich meinen blog verwenden könnte? sind mir die ideen ausgegangen? ist mein schreibfluss bereits versiegt?
nein, nein und nein.
der grund ist viel einfacher. der grund trägt einen namen. der lautet



seit vielen jahren versumpfe ich regelmäßig in stumpfsinnigen spielen. meistens passiert das in phasen, in denen ich viel wichtigere dinge tun sollte, vor denen ich mich gerne drücken würden, was ich dann mithilfe der sumpfigen spiele versuche. in der vorbereitungszeit zur mature war es ganz schlimm...damals spielte ich stundenlang ein handyspiel, bei dem einem kleinen mann im overall ständig pakete von oben auf den kopf fielen, die er dann auf dem winzigen display schlichten sollte, der wackere kleine dienstleister.
vor meiner diplomprüfung war es dann ant run pro, dem ich mich stundenlang widmete, anstatt mich den lernunterlagen zu widmen.
und jetzt, aktuell, zur zeit, momentan, augenblicklich, sollte ich eine seminararbeit verfassen. die aller allerletzte in meinem leben.
deswegen verbringe ich derzeit jede minute, die ich für die arbeit aufwenden könnte, damit, bunte steinchen auf meinem monitor herumzuschieben.



ich habe bereits die phase erreicht, in der mein spielverhalten autistische züge annimmt. es ist nicht schön anzusehn. es macht auch keinen spaß mehr.
es macht schon lange keinen spaß mehr.
manchmal spiele ich ohne zu merken 2 stunden am stück. ich kann nur aufhören, weil mir schlecht geworden ist. schlecht geworden ist mir, weil ich zu unregelmäßig atme, vor konzentration. (wie wenn man beim autofahren liest)
ich habe in erwägung gezogen, eine spielsucht-selbsthilfegruppe zu besuchen...aber dort sitzen ja lauter WOW-ler... da kann ich dann nicht mitreden, dann spiel ich heimlich die wow-demo und d a n n sind wirklich hopfen und malz verloren.
so betrachtet hat blitz bejeweled die eigenschaft einer einstiegsdroge.
eltern, hütet eure kinder!

Mittwoch, 12. Mai 2010

an apple a day...

einer meiner vielen kleinen minijobs ist, für eine usability research firma von zeit zu zeit als proband zur verfügung zu stehen. im klartext bedeutet das, dass ich immer wenn ich ins testpersonenprofil falle, mit technischen gimmicks herumspielen darf, dabei diverse aufgaben lösen muss und im zuge dessen meine kritik bzw. verbesserungsvorschläge anbringen kann. und dafür krieg dann noch bezahlt. ich liebe diesen job!
gestern durfte ich das apple ipad und den huawei smakit s7 android im verlgeich testen.
alle die mich kennen, kennen meine meinung zu apple. ich bin keiner von jobs' jüngern. ich zähle zu meinen besitztümern weder einen ipod, noch ein macbook, kein iphone und auch sonst nichts weißes mit apfel drauf.
dieser sachverhalt schürt meinen verdacht, dass der gestrige test ein versuch war, mich zum mac osisten zu missionieren, angezettelt von steve jobs' kreuz- oder vielmehr apfelrittern.
denn als ich dieses ipad in die hand gedrückt bekam mit der aufforderung doch einfach mal ein bisschen damit rumzuspielen, muss ich gestehen, dass mein wille wankte. wie eine profitorientierte kurtisane lag es da auf meinem schoß. es reagierte sofort auf jede meiner zarten berührungen. es bemühte sich mit allen kräften, mir zu gefallen, mich zu umgarnen. mit seiner glatten oberfläche, seinem schnittigen design, seinen geschickten applikationen...
daneben - das huawei tablet. es kam zwar etwas kleiner, dicker und schwerfälliger daher, förderte allerdings bald seine eigenen qualitäten zu tage. es besteht nicht rein aus touchscreen sondern bietet auch einige hardbuttons und die menüführung fühlt sich für nicht-apfelisten um einiges vertrauter an.
hin- und hergerissen wurde ich zwischen den beiden luxusgütern, die mit allen mitteln und gimmicks um meine gunst buhlten.
als ich schlussendlich gefragt wurde, für welches der beiden ich mich entscheiden würde, antwortete ich trotzdem "für den huawei", denn mein wille ist stark. so leicht bekommst du mich nicht, steve! mich hier eine stunde mit deinen versuchungen zu ködern reicht noch lange nicht aus! glaubst du ich denke nicht an akkuleistung? an kompatibilität und anschlüsse? nein, freundchen, nicht mit mir. haha!
und doch muss ich hier, im intimen rahmen meines öffentlichen blogs, gestehen, dass mich die berührung deines touchscreens etwas aufgewühlt hat...

Samstag, 8. Mai 2010

eine auto-kontrast-funktion fürs rl bitte

ich muss jetzt mal hier ein bisschen meine eindrücke ordnen.
da waren mal de phazz im porgy&bess. das letzte mal hab ich die band aus heidelberg vor gut 7 jahren am frequency gesehn, als es noch in salzburg war. damals war ich so richtig begeistert von ihnen. und wenn besuch zum essen kommt und ich mal einen auf erwachsen machen möchte, lass ich im hintergrund immernoch ganz gerne mal eine de phazz scheibe laufen.
anlässlich meines geburtstags vor 2 wochen hat mich mein bruder zu erwähntem konzert eingeladen. eingeladen ist immer fein. und wenn die geburtstage so langsam von jahr zu jahr immer stärker das bittere aroma des alterns annehmen, ist es umso besser inmitten einer menschenansammlung zu stehen, deren alterdurchschnitt man um gut 15 jahre senkt. was dieser altersdurchschnitt über das konzert aussagt ist allerdings etwas heikler.
ohne frage waren die musiker gut und die sänger sehr gut und die musik schön. trotzdem kann ich nciht umhin, diesen feststellungen jeweils ein "eh" umzuhängen. vielleicht bin ich diese musik ohne essen und tischkonversation einfach nicht mehr gewohnt.
vom porgy dann gleich weiter zum klub 3, ein wenig zu elektronischen rhythmen rumwackeln. fühlt sich gleich um einiges altersgemäßer an. oder liegt das nur am anderen setting.
wie wär das jetzt, wenn ich de phazz volle lautstärke in einem dunklen raum mit diskokugel hören würde, rings um mich junge wackelnde leute mit mojitos und zigarette in der hand?
vielleicht war ja nur dieser prinz valium der im porgy vor mir gestanden ist schuld daran, dass ich mich nicht so recht begeistern konnte. vielleicht hat seine tante-irmgards-buchhalter-ausstrahlung den funken abgefangen, der von der bühne auf mich überspringen wollte.
weniger als 24 stunden später dann die eröffnung des ersten wiener popfests. clara luzia. schöne, ruhige, akkustische musik, die sängerin gesundheitlich leicht angeschlagen, das wetter gnädig.
und dann - bunny lake. plötzlich wirds finster. und laut. und das publikum ist anders. und die kirche, die gerade noch dem karl gehörte, ist plötzlich the church of bunny lake. öha.
auf der bühne - herrlich exponierte rockstar-attitüde. glitzer-kleidchen, oberlippen-bärtchen.
irgendwer hat mir die kontraste zu hoch eingestellt, kommt mir vor. ich verliere zunehmend die orientierungspunkte.
nächste unerwartete wendung - ein obdachloser hat sich seinen weg in die erste reihe gebahnt, starrt fassungslos auf das, was da auf dieser seebühne passiert. dann gefällt es ihm und er ist konvertierter bunny lake-fan. im nächsten moment setzt er sich und hat nasse augen. ist er deprimiert? ist er gerührt? überwältigt? hat im der aufkommende wind was in die augen geweht? wir werden es nie erfahren.
und ich? finde ich diese gegenüberstellung von pop-dekadenz und obdachlosigkeit verstörend? oder finde ich es gut, dass das pop-fest, das dem namen nach populärkultur, also volkskultur zelebriert, nicht nur für das privilegierte volk da ist, sondern einen obdachlosen zum auftritt von bunny lake weinen lässt? (ich denke es war geweint...)
ich weiß es nicht. zu hoher kontrast. ich kann meinen standpunkt noch nicht so recht ausmachen. mach mal jemand bitte eine auto-kontrast funktion fürs real life.