Mittwoch, 31. März 2010

was wirklich zählt

liebe kinder!
vergesst gute noten. die interessieren niemanden. wirklich nicht. weder heute noch sonst irgendwann. es stimmt schon alles, was man sagt - ihr lernt für euch, nicht für die lehrer, fürs leben und nicht für die schule usw. usf.
aber in wirklichkeit ist das einzige was später mal zählt euer cv. das einzige was im leben wichtig ist, ist der faktische verlauf desselben, soll heißen, alles, was ihr mit überbegriffen benamsen und vorweisen könnt ist gut, alls andere, ambivalente, subtile ist schön und gut aber eher nutzlos.
was eure beruflichen erfahrungen betrifft sei zu beachten, dass ihr nirgendwo zu lange bleiben dürft, weil das von mangelnder flexibilität zeugt. wechselt ihr allerdings zu oft, weist das darauf hin, dass ihr sprunghaft und unverlässlich seid.
bleibt eurer zielbranche nahe, aber sammelt auch erfahrungen in anderen bereichen, um euch nicht zu versteifen.
heftet euch alle positiven attribute an die brust, die man von euch verlangt und wenn man euch nach euren schwächen fragt, nennt solche, die in wirklichkeit stärken sind, denn alles was ihr sagt, kann und wird beim bewerbungsgespräch gegen euch verwendet werden.
seid selbstständig. seid gute teamplayer. seid zielgerichtet. seid vielseitig. seid organisiert. seid kreativ. seid authentisch. seid anpassungsfähig.
seid gut in allem. erfahren in allem. offen für alles.
dann ist das jobfinden halb so wild, wenn ihr die richtigen leute kennt.

Dienstag, 23. März 2010

grenzgebiete der würde

letztes wochenende habe ich etwas gemacht, was ich normalerweise strikt ablehne - einen promotionjob. ich habe ihn allerdings angenommen, denn es war promotion für ubisoft, genau genommen für ein neues wii spiel. wer würde denn da nicht zusagen?
das spiel heißt just dance. sinngemäß gehts darin ums tanzen. es hat mir beim ersten mal gleich mörder spaß gemacht und es sind ein paar wirklich gute nummern drauf. also rundherum ein eigentlich tolles setting für den job...nur war der ort meiner promotion ein einkaufszentrum. am wochenende. viele eltern misinterpretierten meine promotion als kindertagesstätte und holten ihre kleinen erst nach ewigkeiten wieder. und da kinder regelrechte redundanz-junkies sind, wollten sie immer und immer und immer wieder die selben 2 lieder tanzen. who let the dogs out und i like to move it.
mein outfit war orientiert an flashdance , da das beste outfit einen preis gewinnen würde.
und während ich da also zwei tage lang je 8 stunden am stück im eighties-look mit einem haufen kinder zu who let the dogs im einkaufszentrum herumhüpfte, dachte ich über die gelegenheitsjobs nach, die ich so in meinem bisherigen leben gemacht hatte. dieser hier war der körperlich anstrengendste. der für den tiergarten schönbrunn war der best-bezahlte. flyern für die jeunesse war das ödeste. callcenteragent für die klassenlotterie war wohl das unmoralischste...
aber das mit abstand dümmste, peinlichste, würdeloseste war etwas anderes- eine klassische sängerin gab ein konzert, dem sie event-charakter verleihen wollte. eine ihrer ideen, um das zu erreichen, war, ein paar animateurinnen anzustellen, die das publikum bei laune halten sollten, wenn gerade nicht gesungen wurde. die animateurinnen sollten in der gestalt von kichernden feen und verspielten katzen auftreten. ich war eine katze.
und ich w a r eine katze. zumindest in den augen des publikums. sie graulten meinen kopf, während sie sich miteinander unterhielten, sie warfen mir ein kleines bällchen, in der freudigen erwartung, dass ich es ihnen zurückbringen würde... es war alles sehr entwürdigend und erniedrigend...aber es war noch nicht der höhepunkt.
dieser ereignete sich in der pause, als ich neben dem buffet mi meinen katzen- unf feenkolleginnen plauderte, und einem älteren herren am buffet freundlich zulächelte. dieses lächeln kam irgendwie falsch bei ihm an.. er hielt es wohl für einen hungrigen blick oder für ein betteln...ganz gleich wie er mein lächeln verstand, er fühlte sich jedenfalls plötzlich dazu veranlasst, mir die abgenagten knochen seiner hühnchenkeule anzubieten. ich schaute schockiert, aber er dachte wohl ich freue mich ungemein über dieses noble angebot, denn er holte schon aus und hätte mich wohl tatsächlich mit seinen essensresten beworfen, hätte seine geistesanwesende ehefrau ihn nicht davon abgehalten.
danke dafür nochmal, du unbekannte fremde, du grenzpatrouille meiner würde, deren letzten quadratmeter du an jenem abend gerettet hast.

Dienstag, 16. März 2010

irgendwann mach ich dich fertig!

über meinem kopf hängt eine permanente wolke. sie folgt mir überall hin und verdunkelt mein gemüt.
diese wolke nennt sich "ja, da sollt ich auch irgendwannmal weitermachen..." oder kurz "*seufz*".



diese wolke verfolgt mich allerdings nicht grundlos. ich weiß ja ganz genau, wo sie herkommt.
wie ein betrunkener um 4uhr morgens auf der praterallee, wankt mein interesse immer wieder mal dahin, mal dorthin, macht überall einen mords wirbel und unordnung.
in regelmäßigen abständen beginne ich dann ein neues projekt, # ich bin voller elan, besorge alle zutaten, google alle informationen, mache mich ans werk, erzähle allen davon, investiere stunden über stunden, sehe die ersten fortschritte...naja, und dann kommt mir was dazwischen...und dann ist irgendwie grad was anderes zu tun..und..so.......und....naja...........
aber hey! ich mach jetzt was ganz anderes! ein neues projekt! - hier wieder bei [#] beginnen, endlos oft wiederholen.
und davon nährt sich *seufz*. und wird immere größer. und immer dunkler.
es folgt eine kleine galerie an projekten, die ich mal, vor längerem oder kürzerem, begonnen habe, und irgendwann mal fertig machen werde. ganz bestimmt!

t0xu proudly presents
the gallery of 'work in progress'



ein pollunder, den ich noch fertig stricken muss



ein hokusai-zitat, dass ich irgendwann fertig zeichne



gitarre hab ich mal angefangen..hmm, wie ging nochmal das G?



achja! italienisch wollt ich doch lernen!



auf diese große leinwand werde ich ein ganz tolles bild malen...ich seh es schon vor mir!



der rock wird sehr cool, wenn ich ihn mal fertig gehäkelt hab



ja, dieses brötchen werde ich auch eines tages fertig essen...



äh..was wollt ich nochmal mit diesem zeug??

Dienstag, 9. März 2010

klingt wichtig, isses aber nicht

abkürzungen sollten das leben doch eigentlich einfacher machen, dachte ich. der sinn und zweck von abkürzungen sollte doch eigentlich sein, etwas langes auf das nötigste zu beschränken, um zum selben ziel zu gelangen.
beim wandern hat sich bereits herausgestellt, dass derartige "abkürzungen" meistens nur alles komplizierter, anstrengender und langwieriger machen, wenn man's damit übertreibt und den regulären weg überhaupt nicht mehr beschreitet.
nun, für verbale abkürzungen gilt ähnliches. es mag ja sinnvoll sein, hie und da zb ein "s. o." bzw ein "vgl. ebd." zu benutzen. auch in einem artikel, in dem es ununterbrochen um das rinderkennzeichnungs- und rindfleischetikettierungsüberwachungsaufgabenübertragungsgesetz geht (das ist der amtliche kurz(!)titel für das gesetz zur übertragung der aufgaben für die überwachung der rinderkennzeichnung und rindfleischetikettierung), macht es sinn das thema mit "RflEttÜAÜG" abzukürzen.
lächerlich wird es allerdings, wenn die dichte der gebrauchten abkürzungen enorm ansteigt und nurmehr spärlich wörter ausartikuliert werden. speziell büromitarbeiter scheinen zu dieser angewohnheit zu neigen...
"hast du schon das memo über die neue BA bekommen?"
"ja! ungeheuerlich was sie in der GeK durchbringen wollen?"
"das einführen einer FiKM statt der AutoKM meinst du?"
"das kommt wohl wieder von den ÖiB-Leuten."
" bestimmt! denen ist es egal, das unsereins täglich mit der KM zu arbeiten hat. die verwenden ja nur TB. "
"Genau! Diese VIs!"

diese herrschaften beschweren sich über die neue büroausstattung in der gemeinschaftsküche, wo die automatische kaffeemaschine durch eine filterkaffemaschine erstezt werden soll - eine bestrebung der "ökologie im büro"-leute, die sich nicht für die kaffeemaschine interessieren, da sie ja nur teebeutel benutzen. diese vollidioten.

Mittwoch, 3. März 2010

grantige alte wiener nachbarn und krähende hähne

als ich heut morgen umhalb sieben durch den lärm meiner verblödeten nachbarn aufgeweckt wurde - wie jeden morgen - durchflutete mich eine müdigkeit-induzierte welle des hasses - wie jeden morgen. vor allem da es ebendiese nachbarn sind, die absolut nicht dulden, dass jemand anderes im haus in irgendeiner art und weise lärmt.
als ich also um 6:30 uhr so dalag, begleitet vom soundtrack "ab sechs uhr dürfen wir laut sein, anständige leute schlafen da sowieso nicht mehr", und alle möglichen und unmöglichen flüche über die o-punkts verhängte, fühlte ich, wie mein karme verdunkelte. und das ist kein guter start in den morgen.
also versuchte ich die situation irgendwie positiv zu sehen und dachte an das leben draußen am land. dort wird man bei sonnenaufgang von krähenden hähnen aufgeweckt. nicht überall. aber da wo es hähn gibt...
und das findet man dann idyllisch. rustikal. schön.
oder man ist genervt davon.
aber egal was man von krähendem vogelvieh so hält, die wenigsten ziehen los und drehen ihm einfach den kragen um, weil es das macht, was es eben macht.
ich versuchte meine blöden nachbarn in diese analogie zu quetschen und den lärm einem konzept der "urbanen idylle" unterzuordnen, sodass ich ihn im endeffekt genießen könnte, wie ein städter den urlaub auf dem bauernhof. das klappte nicht so gut.
aber zumindest wollte ich meinen nachbarn nicht mehr den kragen umdrehen.
ein größerer erfolg also, als erwartet.

Dienstag, 2. März 2010

etwas von sich hergeben

es hatte sich ja eigentlich schon seit wochen und monaten angekündigt, trotzdem waren wir dann etwas nervös, als ich ihn gestern nacht mit den wehen ins krankenhaus brachte.
kostet es nicht extra, sich mit dem krankenwagen holen zu lassen? und brauchen die nicht immer ewig, bis die daherkommen? da hab ich ja schon die schlimmsten horrorgeschichten gehört... naja, armes studentenpack, geht lieber auf nummer sicher und fährt mit dem taxi ins akh.
in der notaufnahme gehts ja dann immer sehr gemütlich zu. nachts zumindest. ich habe die notaufnahme bisher immer nur nachts gesehen. da sitzen ein paar leute rum und starren vor sich hin. wüsste man nicht, dass es die notaufnahme ist, und diese leute also irgendein problem haben müssen, könnte man es auch für einen bahnhof halten.
ärzte gibts eher nicht so dort... eher seltenes vorkommen... wie baumarkt-verkäufer..
doch dann, siehe da, die tür öffnet sich und dahinter entdecke ich eine alte bekannte! gottlob! wir sind gerettet!
winke mit den armen, rufe ihren namen und stammle: "gottseidank! hilfe! freund! schmerzen! kein arzt da!"
wie ich erwartet hatte, beschlossen sie, ihn gleich dazubehalten. also ab ins zimmer und sich mal häuslich einrichten. dann kamen noch ein haufen verschlafener aber freundlicher leute vorbei, um ihn mit witzigen erniedrigungs-spielen von seinen schmerzen abzulenken. erst etwas kostümierung - bei gelegenheit muss mir mal jemand erklären, warum dieses schürzelchen hinten offen sein muss - und dann noch von diversen leuten durchgeführte interviews über seinen stuhlgang.
ich war dann erheblich aufgemuntert, aber beim patienten hat das alles weniger gewirkt. dann bekam er eben drogen an die vene. auch gut.
zu diesem zeitpunkt war es halb drei in der nacht und ich wollte mich per taxi auf den heimweg machen, aber ich hatte kein geld und meine bankomatkarte ging nicht...wahrscheinlich aus rein dramaturgischen gründen... also zu fuß nach hause... aber was soll ich sagen... ^__^
heute morgen um halb sechs war es dann soweit und ein kleiner wurmfortsatz erblickte das licht der welt.
wir sind sehr sehr glücklich und stolz.