Mittwoch, 30. Juni 2010

mein ganzes ich - mit marmelade

es begann zugegebenermaßen als eine zwangsehe, als meine eltern mich in die ländliche gemeinschaft integrieren wollten. ich wollte keine verantwortung oder verpflichtung und sträubte mich gewaltig. schlussendlich blieb mir allerdings keine wahl, also trat ich - schlecht gelaunt und widerborstig - in den blasmusikverein unserer gegend ein.
das war vor mittlerweile 13 jahren.
mittlerweile liebe ich die blasmusik ehrlich und aufrichtig.
dies ist mein outing on the interwebs. im rl wissens ja schon alle.
können aber auch alle wissen, denn ich denke, dass mein blasmusiker-sein meiner person eine zutat gibt, die die wenigsten auf den ersten blick erwarten (wie die marmelade im curryhuhn). gehört aber dazu. wenn ich es also nicht erwähne, fühle ich mich, als würde ich etwas verheimlichen...oder verleugnen.
hier also an die welt, weiß auf schwarz:
ich spiel in der musi und hab mörder spaß dabei.
den impressionen von mtv und amerikanischen filmstudios zufolge wäre ich also im im kategorischen system der highschool einer von den musiknerds und müsste dafür wohl jeden tag mein lunchgeld an irgendwelche halbstarken abgeben.
für jede dogmatischen bobo-coolness-richtlinie habe ich mich damit womöglich auch disqualifiziert.
und das englische königshaus wird mich damit wohl auch niemals als schwiegertochter in die arme schließen wollen.
zum glück brauch ich mich um nichts davon im geringsten zu scheren.

Montag, 21. Juni 2010

simulierte coolness

man sitzt hinter den drums und spielt mit seiner band volles karacho qotsas go with the flow. man ist der coolste socken der welt.
und dann erinnert man sich an diesen xkcd-comic:



und fühlt sich kurzzeitig in seiner coolness gebremst.
aber eben nur kurz.
dann blickt man in die runde, betrachtet die freunde die an bass, gitarre und mikro abgehen wie pommes und bemerkt - doch, ja, mhm, schon cool!
und genau das hat sich im laufe der letzten jahre an den games verändert.
die hersteller haben es tatsächlich fertig gebracht, uns eine simulation so realitätsgetreu zu erschaffen, dass sie in die realität übergreift und mit ihr verschmilzt.
wenn als nächstes für die wii ein spiel rauskommt, dass social skillz und ökologische verantwortung erfordert, wird diese welt eine bessere.

Donnerstag, 17. Juni 2010

raumzeit und oliven

nach so langer langer zeit war ich endlich mal wieder unterwegs.
nach all den jahren humanistischer ausbildung, nach all den theater-grundrissen in schwarz-weiss, nach all den jahren der dunkelgrauen theorie konnte ich nun endlich das land der hellenen besuchen, um es live und in farbe zu erleben.
innerhalb einer woche habe ich soviel gesehen, besichtigt und gelernt, dass der gesamte zeitraum rückblickend wie eine verschwommene achterbahnfahrt wirkt. (zugegeben, der permanente schlafmangel und konsequente verkostungen von griechischen spirituosen haben das ihrige dazu beigetragen...)
deswegen habe ich mir folgende gedanken gemacht:
die raumzeit verhält sich nicht nur wie eine fläche, in der durch masse gravitationsdellen entstehen, raumzeit ist ausserdem eine wippe.
je mehr raum, desto weniger zeit. wenn ich also herumreise, verfliegt die zeit in stark erhöhtem tempo.
wenn ich allerdings, umgekehrt, den ganzen tag im büro sitze, also nur wenig raum gegeben ist, verhält sich die zeit eher wie hubba bubba.
noch etwas anderes ist mir klar geworden - gruppenreisen sind wie oliven. am anfang steht man der sache eher skeptisch und etwas angeekelt gegenüber. aber man muss eben mal eine große portion davon zu sich nehmen, dann kommt man auf den geschmack und dann will man zu allem oliven essen.
und die oliven in griechenland waren ganz besonders lecker.

Samstag, 5. Juni 2010

sequels - schmequels

schade eigtnlich, dabei fand ich iron man 1 wirklich gut.
ich hielt de film für eine besonders gute comic-verfilmung, vor allem in hinblick auf die figuren, die auf mich wirkten wir eine 1:1 umsetzung von comic zu reallife. speziell gwyneth paltrow als pepper potts fand ich herrlich comicesque.


auch im zweiten teil fand ich die figuren wieder sehr schön. besonders glänzen konnte mickey rourke als obervillain ivan vanko. glänzen ist in diesem zusammenhang allerdings wahrscheinlich das falsche wort. der von rourke gemimte antagonist ist nämlich alles andere als glänzend. er ist vielmehr rostig und entzunden und verkrustet. und er hat meistens einen zahnstocher im mund. warum haben bösewichter immer zahnstocher im mund?
der zweitböseste im film ist der wundertolle sam rockwell. endlich eine größere rolle in einem richtigen blockbuster für den herrn rockwell.
robert downey sowieso klasse.
scarlett johansson immer schön anzusehen.
pepper potts fand leider nur wenig platz im zweiten teil. ihre auftritte bestanden großteils nur daraus, die hände in die luft zu werfen und zu kreischen. oder missbilligend den kopf zu schütteln.
die handlung kommt schleppend daher, richtige spannung wird nicht aufgebaut, und dann ist der film wieder zu ende.
jeder zweite joke ist echt gut, was leider immer noch die hälfte der jokes in der kategorie kalter kaffee zurücklässt.
mein resumée, wie zu beginn schon gesagt - schade eigentlich.

Donnerstag, 3. Juni 2010

traurig bin

was macht eine beste freundin aus?
einer besten freundin kann man alles erzählen. egal, was für mist man gebaut hat, eine beste freundin wird einen immer verstehen.
einer besten freundin kann man sagen, es ginge einem gut, und sie weiß trotzdem, dass man völlig verzweifelt ist.
eine beste freundin kann man immer spontan anrufen und fragen, ob sie vorbei schaut. eine beste freundin wird einem immer, wenn sie nichts wichtigeres zu tun hat, gesellschaft leisten.
eine beste freundin ist für einen da, auch wenn sie gerade nicht da ist. man weiß, dass es sie gibt, und allein diese tatsache macht einem schon mut.
meine beste freundin zieht jetzt weg.
dadurch verlassen mich mit einem schlag jemand, auf den ich mich verlassen kann, jemand, der mich kennt und jemand, den ich immer spontan anrufen kann.
für jemanden mit verlassensängsten, so wie mich, gibt es kaum etwas schlimmeres.
sie geht zwar nicht ans ende der welt, sondern nach berlin, aber für jemanden mit begrenztem budget, so wie mich, ist das trotzdem weit genug weg.
und sie hat zwar nicht vor für immer weg zu gehen, aber alle die nach berlin gehen, kommen nie wieder nach wien zurück.
also bin ich traurig.
aber als beste freundin würde ich nie wollen, dass sie da bleibt. weil sie in berlin viel bessere perspektiven hat. und das wünsch ich ihr ja auch.
aber ich vermisse sie, obwohl sie erst in vier tagen weggeht.