Freitag, 30. April 2010

schwer verblödet

oh mann.
filme, die so sind wie autounfälle.
und ich schau sie mir an, und ich schau sie mir wieder an, und jedes mal ärgere ich mich um die vertane zeit. aber über diesen einen film, ärgere ich mich jedes mal mehr, wenn ich ihn sehe. die rede ist von "schwer verliebt", der gerade eben wieder mal über den äther wabbert.
für die glücklichen, die den film nicht kennen: jack black spielt einen typen, der wahnsinnig oberflächlich ist und dem keine frau perfekt genug ist. er trifft einen typen, der so groß ist wie zwei und beruflich sowohl seminare hält, wie man glücklich wird und außerdem kann er auch noch die wahrnehmung anderer leute verändern. was für ein tausendsassa. und mit dem bleibt jack black alias hal im lift stecken. hurra. hal erzählt von seinen verdrehten ansprüchen an frauen und zieht sich dabei sein hose aus...warum auch immer. darauf hin beschließt der riesige übermensch, ihm schnell mal seine oberflächlichkeit auszutreiben wie ein amerikanischer show-prädiger, woraufhin hal nurmehr das innere aller menschen sieht. tralala, er trifft ein wunderhübsches mädchen und verliebt sich in sie, blablabla, in wirklichkeit ist sie allerdings übergewichtig, blablu, erst sind sie glücklich, dann sieht sie ihn mit einer anderen, dann sind sie traurig, dann wird durch einen zauberspruch seine wahrnehmung wieder zurückverändert und am schluss kommt er drauf, dass er sie natürlich trotzdem liebt, egal wie sie jetzt in wirklichkeit aussieht.
sehen wir einmal davon ab, dass die handlung so seicht ist wie ein suppenteller.
die "message" des films will sein "hey, bewertet die leute nicht dauernd nach ihrem äußeren, denn dann verpasst ihr die ganz tollen menschen dahinter!" ok, klingt nett.
und wie versuchen die filmemacher diese nachricht an den zuschauer zu verklickern?
wir nehmen einfach einen haufen supermagerer supermodel-darstellerinnen! die stellen nämlich jetzt die innere schönheit dar! die innere schönheit hat nämlich klarerweise mager-maße, einen glatten teint und wallendes haar. und wenn schließlich die hypnose vorbei ist, machen wir so richtig krass viel maske drauf, damit die vormaligen supermodels so garnicht mehr ansprechend ausschauen. und, achja, wir besetzen jack black, damit a) dem zuschauer von anfang an vermittelt wird "oh mann, der will eine supermodel freundin? niemals! der schaut doch nicht gut genug aus!" und b) am schluss alle happy sind, dass er und die dicke rosie so ein nettes pärchen abgeben.
ich weiß garnicht wo ich anfangen soll aufzuzählen, was hier alles falsch ist.
da wäre einerseits dieser bittere geschmack nach freak-show, die uns kundtut - die leute, die wir nicht schön finden, sind dafür alle ganz besonders gute menschen. sie helfen anderen und sind nett und höflich. was für eine beschissene pauschalisierung ist das denn?
dann wird klarerweise dadurch, dass die darstellung der inneren schönheit mit der allgemeinen medienpräsentation von äußerer schönheit zusammenfällt, der schönheits begriff wieder auf die üblichen merkmale reduziert.
und klar hätte das klassische, unreflektierende (weil nicht von der filmwissenschaft infizierte) kinopublikum den filmemachern weniger gerne abgekauft, dass brad pitt am schluss mit einer übergewichtigen freundin in den sonnenuntergang fährt. das wäre ein tabu-bruch, weil schön darf nur mit schön.
so ein blöder schmarrn von einem film. und trotzdem hab ich ihn schon zwei mal gesehn. bin ich ein cinemasochist?

Donnerstag, 15. April 2010

garish und mr. flex

nachdem ich die letzten paar male immer wieder zu spät zu konzerten gekommen bin, was zum effekt hatte, dass ich irgendwo hinten stehen musste, meistens noch eingepfercht zwischen 1,80m hünen, wollte ich gestern ganz ganz sicher gehen und war schon eine halbe stunde vor der zeit da, die auf der karte stand.
ich stand also um halb acht vorm flex, im regen, alleine. die pforten hatten sich noch nicht geöffnet. schmecks also. wiedermal.
nach einiger zeit versammelte sich ein größeres grüppchen nasser menschen vor der tür und musste missmutig mitansehen , wie jemand eingelassen wurde, nur weil er ein vermeintlich bekannter filmdarsteller des deutschsprachigen raumes ist, während wir anderen weiter im regen des glockenschlags zu acht uhr harren mussten.
schon an diesem punkt war mir klar, dass mir ein abend voller das-flex-ist-nicht-mehr-was-es-einmal-war-gefühle bevorstand.
ein meinen ersten ein, zwei jahren in wien war das flex das nachtlokal meines vertrauens. ich verbrachte jede woche 2, 3 nächte dort. in den letzten jahren hat sich mein fortgeh-verhalten allerdings verändert und so war mein gestriger besuch der erste nach einem ca. 2-jährigen hiatus.
allein die gerüchte darüber, was sich alles verändert hat, vom klo bis zum publikum, hatten meine skepsis bereits im vorfeld aufs schärfste angespitzt.
das stehen im regen stimmte mich auch nicht wohlwollend.
aber an diesem punkt konnte es nur noch besser werden. und das wurde es.
ich traf einen netten bekannten, der mir beim verdauen der veränder ungen im flex (ich bin ja bekanntlich kein großer fan innenarchitektonischer veränderungen )
wie ein wirkungsstarkes digestivum. so steckte ich das neue hochglanz flex cafe, die neuen unbequemen barhocker und sogar die led-orgie im inneren des flex ziemlich tapfer weg.
und als die wundervollen burschen von garish dann endlich auf der bühne waren und lieder von ihrem neuen album spielten, war die welt wieder in ordnung.
und da ich ab dem zweiten song bemerkte, dass ich unglaublich dringend aufs klo muss, ich aber einen super guten platz in der ersten reihe hatte, den ich nicht aufgeben wollte, war dieses konzert zum ersten mal für meinen geschmack lange genug. jedes stück war großartig und die zugaben ein traum. es gibt bands, die muss man live sehen. garish ist so eine.
nach dem konzert wollte ich noch ein bisschen tanzen. mr. flex war auch wieder da und nach all den jahren, die ich nicht im flex war und darüber nachgedacht hatte, was dieser mr. flex so für ein typ ist, wollte ich gestern endlich mal die gelegenheit beim schopf packen und mit ihm seine choreographie tanzen! ich hab mich vor ihn hingestellt und alle seine bewegungen mitgetanzt und was ist dabei rausgekommen? der will garnicht, dass man mitmacht. er ist üüberhauptnicht drauf eingestiegen. ich dachte immer, er will uns seinen tanz beibringen. nö. will er nicht.
war trotzdem ein guter abend. danke garish. und kein danke an mr. flex.

Sonntag, 11. April 2010

tron revisited

zwecks vorbereitung auf den leider noch ziemlich weit entfernten kinostart der sequel, hab ich mir mal wieder das wunderbare original von tron einverleibt.

der film ist 1982 im kino gefloppt. ich bin mir nicht sicher, woran das genau gelegen hat. daran, dass er seiner zeit in stil und thematik so weit voraus war, oder daran, dass computer-geeks damals eine noch wirklich außenstehende randgruppe waren (im gegensatz zu heute, wo film, musik und sogar mode aus der geek-kultur schöpfen).

jedenfalls war tron einer der zahlreichen filme, mit denen ich aufgewachsen bin.

die machart ist bis heute unfassbar beeindruckend. und wendy carlos’ musik auch. das ist mir als kind allerdings alles nicht bewusst gewesen. Auch dass der hauptdarsteller der post-pubertierende dude ist, war mir als kind noch nicht klar. und warum das bit immer nur ja und nein sagt, hab ich weder kapiert, noch hinterfragt.

genau wie die metaphorik der programme, die an ihre user glauben und daher ob ihrer religiösen spinnerei vom faschistischen master control programm inhaftiert, gefoltert und gelöscht werden.

als ich mir den film jetzt, korrumpiert vom filmwissenschaftlichen analysezwang, wieder zu gemüte geführt habe, hat sich dementsprechend meine infantile begeisterung noch potenziert.

nachdem der mensch gottes tod verlautbart hat, sucht er nun nach der ihm fehlenden spiritualität in der von ihm erschaffenen welt, der virtuellen nämlich. Der user als gott…

aber genug davon, liegt eh alles auf der hand. nur, vielleicht kann ich damit manch einen, der diesen film noch nicht gesehen hat, davon überzeugen sich diesen meilenstein der science fiction filmgeschichte mal anzusehn.

allein schon um bewerten zu könnne, wie sich die sequel so im vergleich mit dem original schlägt.

p.s.: man kann den erfolg bei frauen dieses mannes so viel in frage stellen wie man will, aber so ein tron-kostüm hätt ich trotzde gern!

Donnerstag, 8. April 2010

auf dem letzten drücker steht mein name

heute hab ich mich für einen job beworben. der einsendeschluss war heute. ich bin eben eine prokrastinatorin. was kann man da machen.
aber ich hatte schließlich alle unterlagen fertig und habe sie per mail weggeschickt.
eine minute später kam die failed delivery notification. war ja klar.
dieses spielchen hab ich dann einige male mit diversen mail-servern wiederholt, aber die mail kam einfach nicht an. wiedermal so ein dramaturgisches ding.
da wars ca. 22 uhr. also noch 2 stunden zeit, bis der einsendeschluss zu ende ist.
ab ins auto, einmal quer durch die stadt getuckert und die bewerbung direkt an die postadresse geliefert.
alles wiedermal auf den letzten drücker.
wie kommt es , dass murphy's law in der letzten minute immer mit höherer wahrscheinlichkeit zuschlägt als, sagen wir, in der vorletzten minute?
wenn ich eines tages auf dem sterbebett liege und kurz vor meinem abtreten noch meinen letzten willen verkünden möchte, in den letzten atemzügen meines dasein, fährt wahrscheinlich ein zug vorbei.