Dienstag, 18. Januar 2011

das feedback knäuel

die klassische feedback-schleife funktioniert einigermaßen geradlinig. der sender sendet ein signal, ein empfänger empfängt das signal und interpretiert es, auf actio folgt reactio, der empfänger sender ein signal zurück - ping - pong - senden, empfangen, interpretieren.
hier mein problem:
wenn ich eine person halbwegs kenne und mich längere zeit mit ihr unterhalte, dann bleibt die feedback schleife überschaubar und lässt sich für mich so rumpeldipumpel bewältigen.
werde ich allerdings mit mehreren personen konfrontiert, die ich dann noch kaum kenne und mit denen ich selten mehr als 2 sätze am stück austausche, wird aus der schönen schleife leider ein verknotetes, wirres feedback-knäuel.



meine fähigkeit, die zeichen meiner kommunikationspartner zu deuten, tendiert dann richtung asperger-syndrom.
so kommt es, dass ich umso angespannter werde, je seltener ich eine person treffe, denn während des kommunikationsaktes versuche ich permanent fieberhaft die mimik und gestik meines gegenübers zu entziffern. bin ich zu aufdringlich? zu distanziert? rede ich zu viel? bin ich zu einsilbig? sind wir freunde? bekannte? mögen wir uns überhaupt? genießt er/sie die unterhaltung? ist das überhaupt eine unterhaltung? oder smalltalk?
ich glaube, jeder mensch spricht eine eigene sprache, und im umgang miteinander muss man zugunsten einer funktionierenden kommunikation die sprache des gegenübers als fremdsprache lernen et vice versa. wenn ich dann aber da mehrere fremdsprachen habe, und von allen kann ich grad mal 2 sätze, und ich komme auch nur alle heiligen zeiten mal dazu, sie anzuwenden, dann kann da ja nur kauderwelsch rauskommen.
wie mit polnisch. in polen war ich mal eine woche. da hab ich ein paar sachen gelernt - wie ich mich bedanke, mich entschuldige, nach dem preis frage, fluche. jetzt kann ich nur noch fluchen.

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